Die meisten Pflegeprodukte für Pferde verkaufen Glanz, Duft und ein gutes Gefühl beim Durchstreichen. Was dabei in der Haut passiert, fragt kaum jemand. Dabei ist die Haut das größte Organ deines Pferdes. Sie schützt, sie fühlt, sie kühlt, und auf ihr lebt eine eigene kleine Welt aus Mikroorganismen.

Ich arbeite seit über 15 Jahren als Tierheilpraktiker mit Hautfällen und lebe selbst mit Islandpferden. Auf dieser Seite erkläre ich dir, wie die Pferdehaut aufgebaut ist, was sie leistet und warum sie anders funktioniert als unsere. Wer das versteht, pflegt anders.

Tim Reinert Tierheilpraktiker und Founder

DREI SCHICHTEN EINE AUFGABE

Die Pferdehaut besteht aus drei Hauptschichten. Ganz außen liegt die Oberhaut (Epidermis), je nach Körperstelle nur etwa 0,03 bis 0,15 Millimeter dick. Darunter folgt die Lederhaut (Dermis) mit Blutgefäßen, Nerven, Haarfollikeln und Drüsen. Ganz innen liegt die Unterhaut (Subkutis), ein Polster aus Fett- und Bindegewebe. 

Und auf allem lebt das Hautmikrobiom: Milliarden Bakterien, Hefen und Pilze, die zur gesunden Haut dazugehören.

Wir sehen das Hestakofi Oma Jantzen Mähnen- und Schweifspray in Benutzung. Eine Frauenhand hält die Flasche in der Hand und sprüht das Produkt auf die Mähne.
Eine Nahaufnahme von zwei Händen, die vorsichtig kleine weiße Wildblumen mit gelben Zentren in einer grünen Umgebung pflücken.

DIE SCHICHTEN VON AUßEN NACH INNEN.

Das Hautmikrobiom

Auf der Hautoberfläche und in den Haarfollikeln leben Bakterien, Hefen und Pilze. Sie besetzen den Platz, den sonst Krankheitserreger einnehmen würden, und bilden Stoffe, die unerwünschte Keime hemmen. Ihre Nahrung ist der Film aus Talg und Schweiß auf der Haut.

Hornschicht (Stratum corneum)

Die äußerste Schicht der Oberhaut und die wichtigste Barriere. Sie besteht aus abgestorbenen, verhornten Zellen, die wie Ziegelsteine in einem Mörtel aus Fetten liegen: Ceramide, Cholesterin und freie Fettsäuren. Diese Mauer hält Wasser in der Haut und Erreger draußen. Beim Pferd ist sie dünner und empfindlicher als beim Menschen.

Körnerschicht (Stratum granulosum)

Die letzte lebende Zellschicht vor der Verhornung. Hier entstehen die Fette, die später den Mörtel der Hornschicht bilden.

Stachelzellschicht (Stratum spinosum)

Fest miteinander verbundene Hautzellen, dazwischen Langerhans-Zellen, die Wachposten des Immunsystems. Hier beginnt die Abwehrreaktion der Haut, zum Beispiel bei Insektenstichen.

Basalschicht (Stratum basale)

Hier teilen sich die Zellen. Ständig entstehen neue Hautzellen, die langsam nach oben wandern, verhornen und schließlich als feine Schuppen abgestoßen werden. Außerdem sitzen hier die Pigmentzellen. Unter weißen Abzeichen fehlt das Pigment, die Haut dort ist deshalb sonnenempfindlicher.

Lederhaut (Dermis)

Ein dichtes Netz aus Kollagen und Elastin, das der Haut Reißfestigkeit und Elastizität gibt. In der Lederhaut liegen Blutgefäße, Nerven, Haarfollikel, Talgdrüsen und Schweißdrüsen. Sie versorgt die gefäßlose Oberhaut über Diffusion mit Nährstoffen.

Unterhaut (Subkutis)

Fett- und lockeres Bindegewebe. Sie polstert, isoliert gegen Kälte, speichert Energie und macht die Haut gegen die Muskulatur verschieblich.

  • ph-Wert

    Menschenhaut ist sauer, um pH 5. Pferdehaut liegt im neutralen bis leicht alkalischen Bereich, um pH 7 und darüber. Saure Formeln aus der Humankosmetik passen deshalb nicht zur Pferdehaut.

  • Schweiß

    Pferde schwitzen über apokrine Drüsen einen eiweißreichen Schweiß. Das Eiweiß Latherin lässt ihn schäumen und hilft, dass er sich im dichten Fell verteilt und kühlt. Menschenschweiß ist wässrig und sauer.

  • Hornschicht

    Die schützende Hornschicht ist beim Pferd dünner und mechanisch empfindlicher. Aggressives Waschen und Schrubben setzt ihr schneller zu.

  • Mikrobiom

    Auf gesunder Pferdehaut dominieren andere Bakteriengruppen als beim Menschen. Pferde aus demselben Stall haben dabei ein ähnlicheres Hautmikrobiom als Pferde aus verschiedenen Ställen.

DAS HAUTMIKROBIOM

Auf der Haut deines Pferdes lebt eine eigene Gemeinschaft aus Bakterien, Hefen und Pilzen. Die meisten davon sind keine Gegner, sondern Verbündete. Sie besetzen die Hautoberfläche, sodass Krankheitserreger schwerer Fuß fassen. Chemische Abwehr: Sie verstoffwechseln Talg und bilden Stoffe, die unerwünschte Keime hemmen. Immuntraining: Durch den ständigen Kontakt lernt das Immunsystem der Haut, angemessen zu reagieren.

Pflege, die Talg komplett entfernt oder die Haut luftdicht versiegelt, trifft auch diese Mitbewohner.

  • Barriere

    Hält Wasser im Körper und Erreger, Schmutz und Reizstoffe draußen.

  • Immunorgan

    Wachzellen in der Oberhaut und Lederhaut erkennen Eindringlinge und lösen Abwehrreaktionen aus.

  • Lebensraum

    Bietet dem Hautmikrobiom seinen Platz, das wiederum die Haut schützt.

  • Klimaanlage

    Regelt über Schweiß, Durchblutung und das Aufstellen der Haare die Körpertemperatur.

  • Sinnesorgan

    Nimmt Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz wahr. Deshalb spürt dein Pferd jede Fliege.

  • Stoffwechsel

    Bildet Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht und speichert Fett und Wasser.

Close uo von einem Helmschecken mit Fokus auf dem Auge

Our supporters at summer eczema

Sommerekzem ist mehr als nur ein Hautproblem, deshalb setzt unser Holistic Care... 

  • Frühling:

    Fellwechsel, Regenekzem, Weideauftakt und Futterumstellung, erste Kriebelmücken.Allergie gegen Frühblüher.

  • Sommer:

    Sommerekzem, Schweiß und Reibung, Sonne auf unpigmentierter Haut.Insekten - und Pollenallergien, trockene Haut, 

  • Herbst:

    Grasmilben, Mauke durch Nässe, Regenfäule, Hautpilz, Haarlinge, Fellwechsel. Stoffwechselprobleme

  • Winter:

    Feuchtigkeit unter Fell und Decken, Hautpilz , Haarlinge, Talgdrüsen -Probleme, Staub- und Futtermilben

WAS DIE HAUT AUS DEM GLEICHGEWICHT BRINGT.

Von außen

Dauernde Nässe weicht die Hornschicht auf. Zu häufiges Waschen mit falschem pH oder scharfen Tensiden löst Barrierefette und spült das Mikrobiom mit weg. Scheuern, Reibung von Ausrüstung und Insektenstiche verursachen kleinste Verletzungen. Und unpigmentierte Haut reagiert empfindlich auf starke Sonne.

Von innen

Aus meiner Praxis als Tierheilpraktiker: Hautprobleme sind selten nur ein Hautthema. Fütterung, Verdauung, Stoffwechsel, Stress und Parasiten können sich an der Haut zeigen. Deshalb frage ich bei jedem Hautfall auch nach Futter, Kot und Haltung.

WIR DENKEN PFLEGE ANDERS

Hestakofi ist das Ergebnis von Fylkirs Leidensweg.

Jahrelang habe ich ihn scheuern sehen, jeden Sommer aufs Neue. Die Mähne kaputt, die Bauchnaht wund. Ich habe gekauft, was der Markt hergab, und immer dasselbe erlebt: Die Produkte legten sich aufs Fell, glänzten, rochen gut. An seiner Haut änderte das nichts.

Da habe ich verstanden, dass ich an der falschen Stelle suche. Fylkirs Problem saß nicht auf dem Fell. Es saß in der Haut. In einer Barriere, die nicht mehr dicht war. In Immunzellen, die auf jeden Gnittenstich überreagierten. In einem Mikrobiom, das aus dem Gleichgewicht geraten war. Und in einem Körper, der auch von innen mitredete.

Also habe ich angefangen, die Haut Schicht für Schicht zu verstehen und selbst zu formulieren. Nicht am Schreibtisch, sondern am Putzplatz, an ihm. Im Herbst musste ich Fylkir gehen lassen. Aber alles, was Hestakofi heute ist, hat er mich gelehrt. Auch den Namen habe ich nicht erfunden: So hieß schon der Hof meiner Großeltern.

Auf dieser Seite teile ich, was ich über die Pferdehaut gelernt habe. Damit du bei deinem Pferd nicht so lange an der falschen Stelle suchen musst wie ich.

We think horse skin.

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FAQ

Kann ich mein Pferd mit Menschen- oder Babyshampoo waschen?

Besser nicht. Diese Produkte sind auf die saure Menschenhaut abgestimmt, Pferdehaut ist neutral bis leicht alkalisch. Nimm ein Produkt für Pferde und wasch sparsam.Oder wasche nur mit Wasser.

Wie oft sollte ich mein Pferd waschen?

So selten wie möglich, so oft wie nötig. Nach dem Reiten reicht meist klares Wasser, um Schweiß zu entfernen. Jedes Shampoo nimmt auch Barrierefette und Mikroorganismen mit.

Warum schäumt Pferdeschweiß?

Wegen Latherin, einem Eiweiß im Pferdeschweiß. Es senkt die Oberflächenspannung, damit sich der Schweiß im Fell verteilt und besser kühlen kann.

Sind Silikone im Fellspray schädlich?

Silikone legen sich als Film auf Haar und Haut. Das gibt Glanz und macht das Fell kämmbar, kann sich bei häufiger Anwendung aber aufbauen. Wir setzen stattdessen auf pflanzliche Öle, die sich nicht anreichern.

Warum ist die Haut unter dichtem Winterfell ein Thema?

Dichtes Fell, wie beim Islandpferd, hält Feuchtigkeit und Wärme nah an der Haut. Scheitel beim Putzen regelmäßig das Fell und schau dir die Haut darunter an. So bemerkst du Veränderungen früh.

DU HAST NOCH FRAGEN?

Dann ruf an: 04101 / 80 54 040